Artikel: "Fortbewegung zu Fuß".
Dieser Beitrag zum Projekt „CodeBlue 130: Sicher Gehen" (siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/projekte/25-sdg-08-codeblue/3511) ist eine Publikation, mit der in das Projekt eingeführt und eingestimmt wird.
Das Gehen ist eine der natürlichen Fortbewegung des Menschen. Neben dem Gehen können weitere Arten der Fortbewegung, wie Laufen, Kriechen (Krabbeln), Steigen und Klettern betrachtet werden. Das Gehen basiert auf dem Stehen. Das Gehen ist eine absolut grundständige und unverzichtbare Art der Fortbewegung von Menschen (vergl. FUSS e.V. 2025). Neben der terrestrischen Fortbewegung gibt es weitere natürliche Fortbewegung des Menschen, wie beispielsweise schwimmen oder springen.
Als zum Gehen gleichwertige und gleichartige Fortbewegung gelten alle entsprechend wirksamen technischen Hilfsmitteln oder mikromobile (Land-) Fahrzeugen (unter anderem: Rollstuhl, Unterarmgehstütze, Rollator, Extension) zur Änderungen des Ortes des Aufenthalts auf einem Untergrund (Belag, Boden) (vergl. Walk21 2023).
Aufenthalt und Fortbewegung
Das Gehen ist erforderlich für die Erreichung von anderen Orten als der von einem jeweiligen Aufenthalt über einen Untergrund. Auch in der Arbeitswelt sind andere Orte, als eine terminlich und geografisch beschreibbare Tätigkeit von Gehen, für einen Aufenthalt zu erreichen oder aufzusuchen. Mitunter ist Gehen eine von mehreren unterschiedlichen Tätigkeiten zur Erreichung eines Ortes, beispielsweise bei Wechsel Kombination oder Verbund einer Art der Fortbewegung unter Zuhilfenahme von Spiel-, Sport- und Fahrzeugen. Mit passenden Fortbewegungsmitteln, jenseits von Gehen, wie Rollen, Fahren, Schwimmen oder Fliegen, können terminlich und geografisch andere Orte angesteuert werden, bevor Gehen dem Abschluss der Fortbewegung zum Ort des Ziels dient (vergl. Walk21 2023).
Tätigkeit der Fortbewegung
Das Gehen ist Anfang und Ende einer jeden Tätigkeit der Fortbewegung. Das Gehen eine biologisch anthropologisch grundständige Mobilität dar, die natürlich ist, wenig spezifische Ressourcen erfordert und viel ökologische und soziale Nachhaltigkeit enthält (vergl. UBA 20.03.2025). Deshalb ist Gehen ein zunächst allgemeiner Teilaspekt im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz. Da Gehen heutzutage eine von viele Arten der Fortbewegung ist, mit anderer Fortbewegung vielfach vernetzt in Verbindung und mannigfaltig in Wechselwirkung steht, sind die Verhältnisse und das Verhalten beim Gehen, für die sichere, gesunde und umweltfreundliche Bedingungen bei der Arbeit, ein wichtiger Aspekt im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz. Beim Gehen kann kaum unterschieden werden, ob es auf einem Betriebsgelände oder im öffentlichen Raum erfolgt. Ebenso sollten jeweilige Betriebsgelände nicht kategorisch anhand deren Merkmale und Eigenschaften für das Gehen typisiert werden. Dennoch betrachtet dieses Projekt den Campus, also das Gelände des oder der Standorte einer Hochschule, mit einem etwas mehr als nur den Standort von Arbeitsstätten und Arbeitsplätzen.
Campus und Gehen
Ein Campus ist ein Areal für das Gehen. Als Wortspiel ist es ein Ort mit bestimmten Eigenarten und typischen Besonderheiten für Kommen und Gehen, insbesondere für das „akademische“ Flanieren. Auf einem Campus ist Gehen, neben der Methode zur Änderung des Aufenthalts, auch eine Möglichkeit für Erkenntnis. Mit dem körperlichen gezielten Einsatz der Fortbewegung eben nicht für den vordergründigen Wechsels von Aufenthalt, sondern vorrangig, als ganzheitlich körperliche Tätigkeit, über eine Aufgabe und deren Lösung, oder über eine These oder deren Verifikation, geistig zu arbeiten. Diese wissenschaftliche Arbeitsweise kann als innerer Monolog, dialogisch geführt oder agil in einer Gruppe praktiziert werden. Die Freiheit von Gehen ermöglicht mehr als die Veränderung von Aufenthalt, mehr als die ungezielte Fortbewegung, sondern lässt uns über das Phänomen von Gehen erstaunen.
Gehen für Alle
Das Gehen auf dem Campus ist ein Tätigkeit aller Generationen, unabhängig vom Status oder allen anderen Gruppen, die gesellschaftlich oder einrichtungs-bezogen an einer Hochschule betrachtet werden können. Gehen verbindet die Angehörigen einer Hochschule miteinander. Gehen und Denken, so könnte es beschrieben werden, ist campus-prägend.
Sicher Gehen
Der Schutz der Gesundheit von Gehen ist eine bekanntes Betätigungs-, Handlungs-, Wirtschafts- und Forschungsfeld. Daher soll das Projekt und dessen Formate den Arbeitsschutz, also die Sicherheit, dieser Fortbewegung des Menschen aufgreifen.
Das Projekt soll mit Beiträger zu „Sicher gehen“ den gesunden Gang fördern und dazu eigenständig das sichere, beinaheunfall-freie und unfall-präventive Gehen unterstützen. Dazu sollen in diesem Projekt die Grundlagen, Bedingungen, jeweilige Umgebungsbedingungen und Wechselwirkungen für Verbesserungen und Entwicklungen ebenso bearbeitet werden, wie die verschiedenen Handlungsfelder der Prävention bei den Verhältnissen und dem Verhalten von "Gehen". Auf der Grundlage des skizzierten transdisziplinären und integrierten Konzept soll Sicher Gehen mit interaktiven, kollaborativen und innovativen Formaten ausgestaltet werden.
Weitere Informationen:
- Umweltbundesamt (UBA) (20.03.2025): Fußverkehr. URL: https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr/nachhaltige-mobilitaet/fussverkehr#zahlen. Darin: „Die meisten Menschen in Deutschland gehen im Alltag gern zu Fuß – nicht nur aus praktischen Gründen, sondern auch wegen der positiven Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Das Gehen ist umweltfreundlich und Teil jedes Weges. Fußwege sollten daher sicherer und attraktiver werden.“ (s.o.).
- Walk21 Foundation (Walk21) (2023): Pan-European Master Plan for Walking. URL: https://walk21.com/work/pan-european-master-plan-walking/. Darin: „Walk21 is supporting the THE PEP partnership to develop and deliver a Walking Master Plan for the pan-European region“. Auch darin: „At the 5th High-level Ministerial Meeting on Transport Health Environment in Vienna May 2021 the ministers responsible for transport, health and environment of the member states of the UNECE WHO-Europe pan-European region adopted the Vienna Ministerial Declaration.“ (s.o.).
- FUSS e.V. (2025): Kommunale Fußverkehrsstrategien. URL: https://www.fuss-ev.de/staedte/fussverkehrsstrategien/?wbref=fussverkehrsstrategie.de. Darin: „Kommunale Fußverkehrspolitik ist Daseinsvorsorge für die Basismobilität, besonders für wirtschaftlich Schwächere. Sie schützt die Umwelt, erhöht die Sicherheit und verlangt die wenigste Infrastruktur.“ (s.o.).
- Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenUVK) (13.07.2020): Fußverkehrsstrategie für Berlin. URL: https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/verkehrsplanung/fussverkehr/mobilitaetsgesetz/fussverkehrsstrategie/
- Volker Wieland (2019): Bewegen. FUSS e.V.. URL: https://www.saarland-zu-fuss.de
- FUSS e. V. Saarland (16.09.2019): Go on a walk with Edda. www.fuss-ev.de . URL: https://mobilityweek.eu/mobilityactions/?year=2022&country=DE&action_uid=xmkP3av1. Darin: „Edda with FUSS on the way in Saarland. Edda dares - step by step. to combine the fishbowl method and interviews.“ (s.o.).
- General Directorate of Traffic (20.09.2024): STEP COMPETITION. www.dgt.es. URL: https://mobilityweek.eu/mobilityactions/?year=2024&country=ES&action_uid=4Y8iWxHs. Darin: „COMPETITION OF STEPS TAKEN DURING THE EUROPEAN MOBILITY WEEK BY THE EMPLOYEES OF THE HEADQUARTERS.“.
- Rayons d'Action (20.09.2024): Priorité Piétons. www.rayonsdaction.org. URL: https://mobilityweek.eu/mobilityactions/?year=2024&country=FR&action_uid=rUvNWEVH. Darin: „We “protect” a crosswalk where cyclists (and motorists) don't always respect pedestrian priority. Concretely, we have small “stop” signs and a “pedestrian priority!” flag that we will wave if cyclists arrive at full speed at the crosswalk, as well as leaflets reminding them of the priority system. This action is a call to be attentive to each other and to respect the most vulnerable users.“ (s.o.).
- Peter Kolakowski (03.12.2023): Warum Spazierengehen so gesund ist. Fitness. URL: https://www.deutschlandfunkkultur.de/spazierengehen-ist-gesund-100.html. Darin: „Gutes Schuhwerk, passende Kleidung, Neugierde: Für Spaziergänge braucht man nicht viel. Trotzdem werden sie für Gesundheit und Fitness noch immer unterschätzt. Doch wie genau fördert das bewusste Gehen die mentale und physische Gesundheit?“ (s.o.).
- Peter Kolakowski (05.09.2021): Wie geht Gehen? Die Lehre vom gesunden Gang. URL: https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-lehre-vom-gesunden-gang-wie-geht-gehen-100.html. Darin: „Gehen verbessert unsere Gesundheit enorm. Ein Wundermittel. Als Kleinkind erlernt, verläuft es wie ein Reflex und ist rhythmisch wie ein Uhrwerk. Falsches Gehen, Laufen oder Joggen kann aber auch krank machen.“ (s.o.).
Quervernetzt:
- CodeBlue 130: Sicher Gehen - Mit Übungen, siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/projekte/25-sdg-08-codeblue/3513
- CodeBlue 130: Sicher Gehen, siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/projekte/25-sdg-08-codeblue/3511
- SDG 08 CodeBlue - Übersicht, siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/projekte/25-sdg-08-codeblue/491
Anker:
- Fortbewegung zu Fuß, siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/publikationen/3512